Bruno und ich kommen von einem Besuch bei meiner Mama zurück und sind ko. Hin 6 Stunden und zurück dank Umleitungen und schlechten Wetters…glatte 8 Stunden.
Ich sollte mich eigentlich nicht beschweren, denn Bruno fährt gern Auto. Vielleicht nicht gerne, aber er fährt sehr geduldig mit. Ewig lange hält er im Kofferraum aus. Ich hoffe mit jedem Kilometer, dass er keinen Fitz bekommt. Das führt zu weniger Pausen und mehr Fahrzeit, denn ich will ankommen und nicht noch eine halbe Stunde Parkplatzspaziergang dran hängen.
Und weil er so gut mitfährt, nehmen wir ihn auch gerne mit in den Urlaub. An die Ostsee oder in den Sommerferien bis nach Schweden. Allerdings, und das muss ich zugeben, habe ich mir diese ganze Hund-in-den-Urlaub-mitnehmen Sache einfacher vorgestellt. Es beginnt schon mit dem Platz im Auto. Bruno ist 65cm hoch und kein kleiner Fifi in der Box.
Die Box ist sowieso der Endgegner. Er ist da nicht reinzubekommen. Ja, klar, laut Martin Rütter liegt das nur an mir und kann trainiert werden. Aber Bruno ist ein freiheitsliebendes Tier vom Bauernhof. Alles, was er mit der Box gemacht hat, war, sein Spielzeug zu horten und auf kleinstem Raum zu zerfetzen. Jetzt steht die Box bei den Nachbarn und ihr süßer Hund ist im siebten Himmel.
Also schichte ich deinen Koffer und ein paar Dinge, die nicht auf den Hund rutschen, in den Kofferraum und lege ihm seinen Teppich rein. So fühlt es sich wohl und kann sich ausstrecken.
Die drei Kids? Drängeln sich auf der Rückbank oder gehen zum Teil in Papas Auto. Du glaubst nicht, wie froh ich bin, dass wir zwei Autos haben. Nach Schweden müssen wir mit beiden fahren. Auch wenn ich nicht gläubig bin, bete ich, dass vorher keins davon kaputt geht. Meins hat gerade die 200.000 km erreicht. Glückwunsch und hoffen und weiterbeten!
Abgesehen vom Unterbringen des Gepäcks, der Kinder und des Hundes ist das eigentliche Problem nun tatsächlich die Unterkunft mit Hund. Es gibt einige davon im Internet, aber eine zu finden, die komplett eingezäunt ist und keine 15 Stunden Fahrt weit weg, grenzt an ein Wunder.
Mein Wunder habe ich in Schweden gefunden. Bei www.naturhäuschen.de (unbezahlte Werbung) konnte ich ziemlich leicht eine sehr nette Hütte finden, die mir einen glücklichen Hund auf eingezäuntem Grundstück verspricht. Es gab auch noch tolle Objekte in Frankreich, aber da müssen wir ja wieder so weit fahren. Bruno lässt den Radius für das Urlaubsziel enorm schrumpfen. Fliegen fällt sowieso aus.
Ein sehr nettes Elternpaar vom Fußballverein unseres Sohnes hat sich nach dem ersten Labrador nun einen kleinen 4kg Zwergpudel zugelegt, den sie mit ins Handgepäck nehmen können. Sie haben nämlich eine Ferienwohnung auf Mallorca. Nicht, dass ich ein klein bisschen neidisch bin, aaaaber man könnte das ja selbst auch machen. Nur nicht innerhalb der nächsten 15 Jahre…
Also bleibt die Frage: Wohin in den Urlaub? Das geht jetzt nicht mehr nach Lust und Laune, sondern nach Bruno. Der Entscheidungsbaum sieht ungefähr so aus:
Urlaub ja – mit Hund oder ohne?
Mit? Wie weit kommen wir mit dem Auto? Welches Ferienhaus ist umzäunt? Welches Hotel nimmt Haustiere? Was kostet der extra Spaß?
Ohne? Alles möglich, nur: Wer passt auf ihn auf? Es gibt ja einige Möglichkeiten von wohlwollenden Verwandten und Bekannten… allerdings wollen die ja auch mal verreisen und Bruno muss eingewöhnt werden. Weswegen wir tatsächlich seit glatt einem halben Jahr mit einer Tierpension arbeiten, um ihn daran zu gewöhnen. Mehr dazu in einem extra Artikel, denn das ist eine ganz eigene Welt.
Tja, also erstmal alles mit Bruno, weil es nicht vollständig eingewöhnt ist. Dann heißt es langfristig planen, um einen der begehrten Betreuungsplätze in den Schulferien zu bekommen. Und dann noch ein Quartier für uns finden. Ich würde wirklich gern mal nach London oder so. Aber da muss es mit ihm und der liebevollen Betreuung zuverlässig klappen.
Unsere liebevolle Betreuung kann ich übrigens von Herzen empfehlen (wieder unbezahlte Werbung), für alle, die im Norden wohnen. In der Nähe von Hamburg und Lüneburg bei Seevetal gibt es zwei ganz tolle Mädels, die absolute Profis mit Herz sind…und 5ha Land! Und eine lange Warteliste. Aber vielleicht hast du Lust, dir das mal anzuschauen: www.faiwöhnt…
Mein Fazit: So schön das Leben mit Bruno ist, so anstrengend ist es, mit Hund zu verreisen. Als ich in den Osterferien mit meiner Tochter auf dem Darß war, hatte ich tatsächlich das perfekte Quartier. Und nochmal unbezahlte Werbung: über FewoDirekt hab ich zwischen Ahrenshoop und Wustrow einen Bungalow in der Nähe vom Strand gefunden. Ruhig, sauber, idyllisch. Will ich das genau verraten? Weiß ich nicht, denn ich will ja wieder hin und nicht die Konkurrenz wecken. Schreib mich vielleicht einfach an und sag mir, wer du bist, dann geb ich dir gern die Detail. Deal?
Naja, wie auch immer…nicht nur die Unterkunft ist eine Herausforderung, sondern auch vor Ort: Bruno fand alles sooo spannend, dass er wie verrückt gezogen hat. Ich musste ihn auch alleine lassen können, damit wir mal shoppen und essen gehen konnten. Das sollte dein Fellkind also können. Außerdem war mir neu, dass man die Hunde trotzdem im Garten an der Leine lassen muss, dass sie nicht auf’s Sofa dürfen und sonst eigentlich auch nichts. Das ist bei Bruno zum Glück möglich, aber ich dachte eigentlich, dass er frei im Garten rumlaufen darf.
Er hat dann leider auch lautstark angefangen, „sein“ Grundstück zu verteidigen. Am letzten Tag sind Nachbarn in den Bungalow nebenan gezogen, die einen Macho-Rüden hatten. Dieser und mein Macho haben sich auch lauthals angebellt. Muss doch nicht sein…schön peinlich.
Also bin ich doch erleichtert, dass es im Sommer nach Schweden in ein umzäuntes Haus mit Alleinlage geht. Nur will man das immer? Es ist und bleibt ein Unterfangen. Bis Stockholm kommen wir auch mal nicht so ohne weiteres…zwei Autos und einer muss immer vor dem Laden oder Museum warten, bis die anderen Familienmitglieder fertig sind. Wenn ich das gewusst hätte, wäre es vielleicht kein Bruno geworden. Aber dann hätte mir auch ein großes Stück Liebe gefehlt. Ich würde ihn niiiieee wieder hergeben, auch wenn er mich den letzten Nerv kostet.
Hier mal eine Liste, worauf ich dir empfehlen würde, bei Urlaubsplänen zu achten:
Tipps für einen gelungenen Urlaub mit Hund
- Zunächst plane den Termin wirklich langfristig! Abgesehen von Frühbucherrabatten, entscheide dich für oder gegen Urlaub mit Hund. Wenn dagegen: rechne mind. ein halbes Jahr, um eine Tierpension zu finden, die zu dir und deinem Vierbeiner passt. Du willst ja ein gutes Gefühl haben, wenn er nicht bei dir ist, richtig?
- Ohne Hund – Tierpension organisieren oder wirklich zuverlässige Bekannte/Verwandte, die nicht spontan canceln oder krank werden. You never know!
- Mit Hund – Fährt er gerne Auto? Wie lange hält er durch? Im Sommer ist es sehr heiß…also vielleicht besser in den Norden. Muss es das Ausland sein? Vielleicht einfach nach Meck-Pomm… Wie angriffslustig und bellfreudig ist er? Wahrscheinlich geht dann kein Ferienpark, Campingplatz etc.
- Ist der Kinderschreien und anderen Geräuschen gegenüber empfindlich? Dann vielleicht lieber in eine entlegene Hütte.
- Ferienhaus oder Wohnung? Letzteres auf jeden Fall mit Garten. Manche Hotels sind ja auch Haustierfreundlich. Mir gefällt das Dorint in Wustrow auf dem Darß sehr gut (unbezahlte Werbung). Nah am Strand und tolles Frühstück.
- Ferienhaus ist natürlich besser. Wir hatten ein sehr schönes in Dänemark und waren wie gesagt an unserer Ostsee.
- Nimm die lange Schleppleine mit. Dann kannst du ihm auf dem Grundstück gut anleinen.
- Nimm sowieso alles mit, was ihm vertraut ist: sein Körbchen oder Teppich, sein Spielzeug und Futter. Viel ist es ja nicht, aber es ist doch schön, wenn es nach zuhause riecht.
- und eine Wildtierkamera wie diese hier (Tapo haben wir und ich kann einfach besser schlafen, wenn ich sehe, wie es ihm geht).
- für die Autofahrt brauchst du diese Trenngitter oder andere Vorrichtungen. Ich hab dir mal verlinkt, was ich gut finde. Als Bruno noch ein Welpe war, hatte ich so einen schönen Sitz für den Vorder-oder Rücksitz. Dann kam die Box, die er leider nicht akzeptiert hat.
- Auf der Rückbank hatte ich auch noch so eine Art Sitz angebracht, der super war, wenn zwei Kids, den Hund in die Mitte genommen haben, aber er nicht nach vorne runterrutschen sollte.
- Solche Textilnäpfe wie diese hier.
Na gut, ich hoffe, ich konnte dir helfen. Fliegen würde ich dem Tier nicht antun. Es war mir zwar immer egal, bis ich gemerkt habe, wie schnell er gestresst wird. Allein schon die Trennung von dir und eingesperrt über längere Zeit, löst wahrscheinlich ein Trauma aus. Stell dir vor, man würde das mit dir machen. Ich weiß, dass es viele tun, aber ich bringe ihn dann lieber zu meinen zwei Hundeprofis und gönne ihm ein paar schöne Tage auf 5ha Land mit seinen Artgenossen.
Wenn du Anregungen oder Fragen hast, schreib mir gerne. Ich bin gespannt und liebe den Austausch.
Deine Ute

