Was mir mein Hund in Zeiten von KI vor Augen führt…

Sonntag morgen – ich habe gut, aber zu kurz und zu schlecht geschlafen. Ich habe von Models geträumt und nur irgendwelchen Mist. Kein Wunder, denn wir haben bis Mitternacht noch GNTM geschaut. Jaaaa, ich weiß: oberflächlich, nervig, blöd. Aber ich es zieht mich in seinen Bann, auch mit 51 Jahren. Wahrscheinlich bin ich einfach von Heidi fasziniert, weil wir gleichalt sind und in unserem Leben sehr unterschiedlich abgebogen, was bei ihr zu unwahscheinlichem Reichtum und bei mir immerhin zum Einfamilienhaus geführt hat.

Man könnte nicht behaupten, dass sie mehr Zeit hatte oder weniger Kinder. Im Gegenteil: sie hat ein Kind mehr und irgendwie geschafft, ihre Karriere zu verfolgen, ihren Bauch wegzutrainieren und trotzdem diese bodenständige Mama zu sein, die mit den Topmodel-Kandidaten sogar Beinscheibensuppe kocht. Außerdem kommt ihr Tom aus Magdeburg und haben ebenso beeindruckend eine steile Karriere hingelegt. Meine Ossivergangenheit zählt also auch nicht, wenn ich mich vergleiche und frage, warum ich nicht in einer Millionenvilla in LA sitze.

Naja gut…ich will auch nicht in der Öffentlichkeit stehen, bin eher ein stilles Wasser, auch wenn ich gerne zur Unterhaltung beitrage. Das beschränkt sich dann aber eher auf den Ruderverein vor Ort oder Treffen mit Freundinnen etc.

Also das nur als kleine Rechtfertigung für meine GNTM-Faszination. Das Lustige an der Geschichte ist allerdings, dass meine drei Kids genauso in den Bann gezogen wurden. Ich wollte eigentlich mal ganz alleine auf dem Sofa schauen, was ICH will. Keine Kompromisse. Kein ewiges Suchen nach der richtigen Altersfreigabe, Mädchen- oder Jungsfilm. Also hab ich einfach nach Heidi gesucht, gefunden und mitten in der Show angefangen, eine Folge zu gucken. Aber ich blieb nicht allein auf dem Sofa. Und zu meiner Überraschung waren es meine 15- und 13-jährigen Jungs, die von den Models beeindruckt waren und nicht die kleine Schwester, die sich ziemlich schnell wieder verzogen hat.

Wahrscheinlich lag es auch daran, dass Heidi diesmal wirklich sympathische und gut aussehende junge Männer in der Show hatte. Die Mädels sind immer irgendwie gleich anstrengend, habe eine hohe Stimme und zicken rum. Jungs nicht. Jungs sind eindeutiger und gelassener. Man fühlt ihre Entspanntheit sogar über den Bildschirm ins heimische Wohnzimmer ausstrahlen.

Wie auch immer. Ich wollte dir ja schreiben, warum ich am Sonntag morgen so müde bin und auch der zweite Kaffee nicht hilft. Es sollte bloß eine kurze Einleitung werden, haha. Und ich muss auch noch Frühstück machen und mit meiner Tochter in einer Stunde zum Basketball, uff.

Aber GNTM war der Impuls heute morgen in der Zeitung die Beilage zu greifen und in die Tiefe zu gehen. ICON kennst du wahrscheinlich nicht. War mir auch nie aufgefallen. Dieses Heft voller Fotos, Schmuck, Design und unnötigen Dingen gehört zur Welt am Sonntag, die wir geliefert bekommen. Und weil die Nachrichten so schlecht und deprimierend sind, hab ich mal in die Beilage geschaut.

Sie haben einen neue Redakteurin, die ICON in icon. umgetauft hat. Hm. Gratuliere. Aber interessiert mich nicht, weil ich ja vorher auch nicht hinterfragt habe. Trotzdem lese ich ihre Einleitung und bin berührt. Sie schreibt über ihre Mutter als Inspiration, über die Schnelllebigkeit in dieser Zeit und wie wichtig Bilder, Design und Luxus trotz schlechter Nachrichten sind. Sie hat mich gekriegt.

Bilder sind auch ein Teil meines Lebens. Ich habe einen Blick für gute Fotos, Schönes und Kunst. Ich kenne mich nicht aus, aber wenn ich Bilder mache oder auch male, dann sieht es immer gut aus. Ich wollte mal Fotografin werden, aber irgendwas hat mich in eine andere Richtung bewegt. Ist mir auch zu technisch, leider.

Dieses Talent aber hab ich an mein Mittelkind vererbt, der zeichnet und fotografiert wie ein Profi. Dabei ist er erst 13. Ich wünsche ihm von Herzen den großen Durchbruch und bin mir dessen fast sicher, denn er hat die entsprechende Austrahlung und das Selbstbewusstsein, eines in sich ruhenden Menschen, der seinen Weg zuversichtlich vorwärts geht.

Ich blättere weiter durch die icon. und lese über KI und die Welt von heute. Ich denke an meinen Blog und den Kurs, den ich abarbeite, um überhaupt zu wissen, wie ich mit WordPress einen Blog erstelle. Ich mag den Kurs und die dazugehörige Facebook-Gruppe richtig gerne, weil ich auch die Person so sympathisch finde. Allerdings, und da ist der Haken, schwören alle auf KI und deren Verwendung für Texte, SEO, Erstellung von Bildern und deren entsprechende Wichtigkeit, um erfolgreich digitale Produkte zu verkaufen.

Ziel ist es ja, mit dem Bloggen Geld zu verdienen, indem man Ebooks, Affiliateprodukte etc. mit Hilfe von Pinterest verkauft. Verstehst du nicht? Macht nix. Hab ich auch lange gebraucht. Aber im Grunde, erzähle ich dir meine Erfahrungen mit unserem Hund, was ich toll finde, was nicht, du magst meine Art zu schreiben und vielleicht hast du auch einen Goldendoodle und kaufst die Dinge, die ich dir empfehle. Ich bekomme eine Provision und hoffe auf ein passives Einkommen.

Ganze 12 Euro hab ich auf diese Art schon verdient. Haha! Ja. Danke für die Anteilnahme 😉 So werde ich natürlich nicht auf Heidis Pfaden wandeln, aber ich bin zufrieden. Ich mag tatsächlich offline arbeiten. Mit echten Menschen. Ich dachte lange Zeit, dass es nur ums Geld geht. Wenn ich uns ein ordentliches passives Gehalt verdiene, werden wir glücklich und zufrieden sein. Aber dem ist nicht so. Zur Hälfte ja, aber zur anderen Hälfte bringt das nicht die Erfüllung, die wir Menschen suchen.

Erfüllung und Freude kommen vom Helfen. Echten Menschen. Die dir ein Lächeln schenken, die sich bedanken und nicht anonym dein Ebook lesen, es komisch finden oder einfach nur runterladen und liegen lassen. Wenn du bloggst, vergiss nicht, dass deine Leserin einen „Mehrwert“ sucht. Sie möchte Wissen, Infos oder einfach gut unterhalten werden. Sie darf aber nicht einfach als Konsumopfer missbraucht werden. Wahrscheinlich sage ich das so deutlich, weil ich selbst viel zu oft enttäuscht wurde. Irgendwer nennt sich Experte oder Coach und am Ende wusstest du mehr als die Person mit der super Selbstvermarktung.

Ja, es gibt auch viele gute Blogs. Ich folge denen und freue mich über gute Texte, Tipps uns Inspiration. Ich will ja auch liefern und dich glücklich machen. Aber ich schreibe auch gerne und gestalte meine Bilder mit Canva selbst. Diese ganze KI-Geschichte ist verwirrend. Wie es in der icon. geschrieben wurde: ohne geht es nicht mehr, aber schau doch bitte genau hin. Gute Bilder und Texte kommen von echten Leuten. ChatGPT und wie sie alle heißen, sind Maschinen, die entgegen ihren eigenen Aussagen, KEIN Bauchgefühl haben. Manche Leute, vor allem jüngere Menschen und Frauen, tauschen sich mehr mit diesen Maschinen über ihre Gefühle aus, als mit ihren Freundinnen. Das finde ich extrem kritisch und hoffe, dass du noch echte Menschen auf einen Kaffee triffst.

Und wo, fragst du dich, kommt nun der Hund ins Spiel? Gute Frage…heute bin ich tatsächlich abgeschweift. Aber Bruno erinnert mich daran, wie wichtig das Offline-Leben ist. Wenn ich auf den Computer starre, sitzt er oft neben mir, legt den Kopf ab (er ist ja groß genug) und schaut mich an. Er himmelt mich an, bis ich mich ihm widme. Dann schauen wir uns in die Augen…ich frage ihn, ob wir spazieren gehen wollen: er wedelt mit dem Schwanz, ich klappe den Computer zu und wir gehen durch den Wald. Ich atme frische Luft, bewege mich im Grünen und den Rest kannst du dir denken.

Das ist der Grund, warum ich ewig brauche, um diesen Blog aufzubauen. Ich liebe das Schreiben so sehr wie das Spazieren durch den Wald. Bruno „rettet“ mich vor KI-Überschuss und erdet mich jeden Tag auf’s Neue. Ich habe es früher nie verstanden, wenn Hundebesitzer so von der Bereicherung durch ihren Vierbeiner geschwärmt haben. Nun weiß ich es. Sie sind mehr als „nur Hunde“. Sie sind der Zugang zu deiner Seele, zu deinem Glück, zu deiner Zufridenheit. Was brauchst du wirklich? Ich denke: nicht viel. Weniger ist mehr.

Und in diesem Sinne wünsche ich dir einen wunderschönen Tag. Falls du tatsächlich bis hierher gelesen hast, nehme ich an, dass du auch offline gerne in die Tiefe gehst und deine Aufmerksamkeitsspanne noch eine gesunde Länge hat. 😉 Und wenn du es schaffst, noch eine Minute zu verweilen, schreib mir in den Kommentar, damit ich weiß, dass ich dich zum Nachdenken anregen konnte. Vielleicht bist du auch eine Mama mit Hund?

Liebste Grüße,

deine Ute

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