Es ist zwar schon eine Weile her, genau genommen ein ganzes Jahr, aber trotzdem kommt es mir vor wie gestern. Deshalb möchte ich dich auch ermutigen, die Welt mit deinem Welpen zu entdecken und einfach gemeinsam Spaß zu haben.
Bruno ist inzwischen ein Junghund im besten Alter und ein typisches Pubertier. Er ist etwas über ein Jahr alt und einfach super süß, wenn er nicht gerade auf Durchzug stellt und alle Kommandos (die wenigen) erfolgreich ignoriert. Das ist im Grunde nicht anders als bei Jugendlichen. Und weil ich derer drei habe, die in selbiger Phase sind…bin ich Kummer gewöhnt 😉
Nun wollte ich dir aber erzählen, dass es sich so richtig lohnen kann, deinen Welpen mal mit auf einen Ausflug zu nehmen…und zwar…tada: zum Tretbootfahren! Yep. Das geht. Du brauchst nur vorher einen guten Kaffee, vielleicht etwas Yoga, Humor und die entsprechende Gelassenheit – vor allem mit Kommentaren anderer umzugehen.
Unsere Trebootstation ist mit einem schönen Biergarten verbunden und du wirst schnell zur Attraktion des Tages, wenn du deinen überdrehten und völlig überforderten Welpen versuchst, irgendwie auf das Ding zu kriegen. Ja, vielleicht hast du einen kleinen Hund, aber Bruno hat Standardgröße und wog zu der Zeit ca. 20kg. Also nix mit „auf den Arm nehmen“. Auch Handtasche ist keine Option. Also an der Leine über den Steg und mit Hilfe der Kids auf’s Boot.
Ich sag dir: es hat sich soooo gelohnt! Er hatte einen Heidenspaß, war natürlich angeleint und musste bei vorbeischwimmenden Enten besonders gut festgehalten werden. Ich wusste vor dem Kauf leider nicht, dass Pudel (was er zu 75% ist) für die Vogeljagd gezüchtet wurden. Jeder Spatz, jede Amsel und vor allem Enten stellen ein sehr beliebtes Ziel dar. Mit dem Wissen allerdings, kann man es abtrainieren bzw. einfach bewusster durch die Gegend laufen. Um ehrlich zu sein, meide ich den Ententeich im Kurpark. Da ist er nicht zu halten und ich hab nicht die Nerven dafür.
Warum ich dir das erzähle? Weil ich heute wieder Tretbootfahren will. Es ist zwar noch kalt aber mein Töchterlein möchte den freien Karfreitag nutzen und die Sonne auf dem Tretboot genießen. Ich beobachte das Wetter und überlege, ob ich Bruno mitnehme. Nach einem Jahr mit Hund allerdings habe ich gelernt, dass es nach mir und nicht nach ihm geht. Es geht danach, ob ich genug Nerven habe, mit meinem Junghund durch den Biergarten zu manövieren und mich blöd anschauen zu lassen.
Da ich schon genug gelitten habe, wenig geschlafen und auch wirklich voll und ganz bei den Kids sein will, entschließe ich mich dagegen.
Ja, das klingt hart. Aber ein Hund ist ein Hund und damit nicht der Bestimmer in der Familie. Er ist mit Haus, Garten und vielen schönen Spaziergängen und Ausflügen anderer Art seeeehr zufrieden. Wir waren ja auch gerade an der Ostsee und haben ihm wieder ein Stück „neue Welt“ gezeigt.
Ich will dir nur Mut machen, Dinge auszuprobieren, auf die du Lust hast. Du musst gar nichts, aber du darfst. Wenn dir danach ist, darfst du mit deinem Welpen eine Menge Spaß haben und ihm die Welt zeigen. Ich dachte leider immer, dass das unbedingt in der Welpenzeit passieren muss, aber dem ist gar nicht so. Ältere Hunde lernen auch dazu, nur nicht so schnell. Das ist wie bei uns Menschen: Kinder saugen alles auf, aber wir Erwachsenen können ja auch jederzeit was Neues lernen. Mach ich sowieso gerne. Du auch?
Also ob Welpe oder nicht…wenn du bis hier gelesen hast, bin ich neugierig, was du schon erlebt hast. Vielleicht magst du die eine oder andere Geschichte teilen? Schreib mir in die Kommentare, ich freu mich drauf.
Alles Liebe,
deine Ute


