Hundeprüfung Niedersachen

Hundeprüfung bestanden – ich gönn mir drei Packungen Eis!

So. Heute ist der 3. März 2026 und ich bin so platt wie lange nicht mehr. Es könnte durchaus an meinem Schnupfen und der ziemlich heftigen Erkältung liegen, die mich die letzten Tage im Griff hatte, aber nein… es liegt vor allem an der letzten Stunde, die ich mit einem Prüfer-Schatten im Kurpark und in der Stadt verbracht habe. Ich hatte lange nicht mehr das Gefühl, zehn Jahre alt zu sein und von meinem Gegenüber gefragt zu werden: „Das haben Sie jetzt wirklich nicht verstanden? Oder? Das ist gar nicht auf ihrer Festplatte?!“

Ich schaute ihn wohl wie ein Auto an und hatte kurz überlegt zu sagen, wie frech ich das finde. Aber was würdest du tun, wenn du weißt, dass die Entscheidung über die Prüfung von diesem einen Menschen abhängt, mit dem du genau eine Stunde in deinem Leben was zu tun hast? Aufregen? Eigentlich schon. Lohnt sich aber nicht und ich ziehe den Kürzeren.

Ich wollte nur noch nach Hause und das war weit weg. Bruno war auch schon fix und alle. Mir hat immer vor diesem Tag gegraut, denn man muss in Niedersachsen einen Hundeführerschein machen, der mit einer praktischen Prüfung endet. Die Theorie muss man gleich nach dem Hundekauf machen und das geht ja noch. Dann hat man ein langes Jahr Zeit, ihm die wichtigsten Dinge wie Sitz, Platz und Hier beizubringen. Aber was mir nicht klar war, dass ich einen Alltag habe und der Hund nach einem Jahr mitten in der Pubertät steckt.

Für Bruno äußert sich das in maximaler Abgelenktheit und Jagdtrieb ausleben. Das ist das Gegenteil von dem, was man in der Prüfung beweisen soll: Orientierung am Menschen und immer schön mitmachen und mitlaufen. Mann, hat der gezogen! Ich hab ihn so kurz gehalten, dass er nur noch gehechelt hat. Zum Glück lief der Prüfer mit ca. 20m hinter oder neben mir. Das ist ein seeehr komisches Gefühl, aber geht ja nicht anders.

Egal. Wir haben es geschafft. Und hier will ich einfach mal sagen: Hurra!!!

Dass das mein erster Blogartikel wird, hätte ich nicht gedacht. Ich wollte eigentlich irgendwas Schönes berichten oder eine Liste für dich machen oder Tipps geben. Aber wer braucht schon all die Tipps? Wenn es dir ähnlich geht, brauchst du Liebe, Verständnis und ein gut gemeintes Wort. Noch mehr Tipps zum Hundetraining brauch ich wirklich nicht…

Am Ende der Prüfung meinte er noch: „Was haben Sie da eigentlich für ein schwachsinniges Geschirr?“ Ich: „von der Trainerin von Martin Rütter..“ in der Annahme, dass er das profimäßig entschuldigen könnte. Aber nix. Er fand es kompliziert, verwirrend für den Hund und einfach blöd. Es hat zwei Punkte (Brust und Rücken) und ich komme super damit klar, weil ich ihn viel besser steuern kann.

Na gut, ich will hier niemanden schlecht machen. Es ist ja mein Problem, wenn ich mit Prüfungen und norddeutschen Prüfern nicht klarkommen. Ich habe bestanden, er hat es gut gemeint und Bruno und ich sind jetzt offiziell…ähm…was eigentlich? Bruno zieht nach wie vor, legt sich mit anderen Hunden an und diskutiert. Er ist ein supersüßes Fellkind und will ja auch nur spielen. Ich glaube, ich gehe weiter in den Wald, wo es egal ist, auf welcher Seite ich ihn halte, weil es keine Ampeln und Straßen gibt und keine Autos, die Angst machen und komische Leute, die mich von der Seite anquatschen, wo denn der Ball vom Hund ist.

Nervig…alles…Ich glaube tatsächlich, dass man als Hundebesitzer mehr leidet als als Mutter. Immer mischt sich jemand ein oder weiß es besser. Bruno habe ich bekommen, um zu wachsen. Das Universum will wohl, dass ich bedingungslos geliebt werde, egal, was ich tue und mir der Rest der Welt egal sein darf. In diesem Sinne…danke liebes Universum. Das Eis hab ich mir verdient. Prost, würde ich sagen, auf uns Frauen und Mütter von Hunden und Kindern. Wir sind die Besten!!!

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